Zillmer-These gestützt:
Superfluten erschufen Grand Canyon schnell
Bisher galt als sicher, dass der Grand Canyon andere Schluchten über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren entstanden sind. Denn die meisten Geologen glauben, es dauert Jahrmillionen, bis Flüsse Gräben ins Gestein schneiden und fast jeder Besucher des Grand Canyons betet diese Tatsache nach. Nun wurde jedoch bezeugt, wie eine Sturzflut einen Canyon in nur wenigen Tagen entstehen ließ.
450 Meter tief durchfurcht der Grand Canyon den steinernen Untergrund des Colorado Plateaus im Westen der USA. Viele Millionen Jahre habe es gedauert, bis der Graben entstanden sei, meinen Geologen: Flüsse wuschen allmählich Schluchten in ein Plateau. Dieser Vorgang dauert viele Millionen Jahre, so die bisherige Meinung.
Schluchten können sich jedoch auch viel schneller bilden, berichten Wissenschaftler nun. Ein Forscherteam untersuchte den Canyon Lake Gorge in Texas, der 2002 bei einer Sturzflut entstand. Die Wassermassen hätten nur drei Tage benötigt, um sich sieben Meter tief in die Landschaft zu graben, berichten die Geoforscher um Michael Lamb vom California Institute of Technology in Pasadena im Fachmagazin "Nature Geoscience".
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Canyon Lake Gorge
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© swri.org/Larry Walther |
Nach Ansicht der Wissenschaftler könnten nach dem Vorbild des Canyon Lake Gorge auch viele Schluchten entstanden sein, nicht nur der 1800 Meter tiefe und 450 Kilometer lange Grand Canyon im Südwesten der USA.
Derartige Fluten größeren Ausmaßes sollen in der Frühgeschichte der Erde häufiger vorgekommen sein, so die amerikanischen Geologen. Doch wie solche Katastrophen ausgesehen haben, sei schwer nachvollziehbar. Das ändere sich nun: Die Bedingungen, unter denen der Canyon Lake Gorge entstand, seien bekannt. Faktoren wie Abflussmenge, Dauer der Sturzflut sowie die Topografie vor und nach dem Ereignis sollen den Wissenschaftlern helfen, bessere Modelle zur Rekonstruktion urzeitlicher Mega-Fluten auf Erde zu entwickeln.
Quelle: Michael Lamp (California Institute of Technology) et al.: Nature Geoscience, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1038/NGEO894